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Bindungskraft von Parteien und Religionen

November 7 2005 Categorized Under: Allgemein, TrendFokus No Commented

Der Wert für die Bindungskraft von Parteien und Religionen rutscht

von 40 im Jahre 2003 über 30 in den Jahren 2004/05 im kommenden Jahr 2006 auf nur noch 25.

Im TrendFokus Oktober 2004 lesen Sie: “Im Februar 2005 wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Die Erfolgschancen für eine rot-grüne Regierung sind nur Durchschnitt.

Die Wahrscheinlichkeit für eine CDU-geführte Regierung ist etwas höher, nicht auszuschließen ist eine große Koalition aus CDU und SPD. Nordrhein-Westfalen stimmt im Mai 2005 ab. Der Wahlausgang in NRW wird aller Wahrscheinlichkeit nach knapper als in Schleswig-Holstein. Die leicht besseren Aussichten im Vergleich zu Rot-Grün hat die CDU, und die große Koalition aus CDU und SPD ist auch in NRW nicht auszuschließen.”

Und was ist eingetroffen? Schleswig-Holstein hat eine große Koalition, geführt vom CDU-Mann Peter Harry Carstensen, und in Nordrhein-Westfalen ist Dr. Jürgen Rüttgers Ministerpräsident einer CDU/FDP-Koalition.

Prognosen der Meinungsforscher vor der Bundestagswahl im September sahen die SPD unter 30 % und die CDU/CSU deutlich über 40 %. Die Realität: Bei einer Wahlbeteiligung von 77,7 Prozent – übrigens die niedrigste bei allen bisherigen Bundestagswahlen – haben die SPD 34,2 % und die CDU/CSU 35,2 % der Stimmen eingefahren, das heißt – umgerechnet auf 100 % – die SPD gewinnt gerade mal 26,6 % der Wahlberechtigten und die CDU/CSU mit 27,4 % auch nicht viel mehr.

Wie seit Jahren ist das ein wichtiges Signal: Die Menschen im Lande sind zwar nicht politikverdrossen, aber parteienverdrossen. Woran liegt das wohl? Viele Politiker streiten – nicht erst seit den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2005 – um ihre persönlichen Kompetenzen. Aktuell Ende Oktober 2005: Heftige Attacken auf Angela Merke  prägen den Deutschlandtag der Jungen Union in Augsburg… Genossen-Aufstand – die SPD-Linke will sich Kajo Wasserhövel nicht als Generalsekretär aufdrücken lassen… Machtpoker, Postenschacher und Zaudern… Zu viel Machtstreben und Emotionen der Politiker anstatt sachlicher Argumente für Lösungen ‘in diesem unserem Lande’.

Und womit ist 2006 zu rechnen? Notwendig wäre Umdenken, d. h. sowohl bei den Roten als auch bei den Schwarzen ‘Altes’ in Frage zu stellen und hin zur Flexibilität, nicht nur zu schrittweisen Reformen sondern hin zu lösungsorientierten Modellen. Das positive Modell 2006 heißt Umschwung und radikale Neuerungen, nach Roman Herzog der Ruck, der durch’s Land geht. Negativ wirkt jedoch nach wie vor hochgespielter persönlicher Ehrgeiz, übersteigerte Geltungssucht, und ‘abgehobene’ Vorstellungen bei einer Vielzahl von Politikern. Wie 2005 sind auch 2006 Fehlverhalten und Fehlentscheidungen in der Politik nicht auszuschließen.

Und wie wird – nach dem Hype ‘Benedetto’ – Religion empfunden? Bereits im April 2005 sage ich: Die Erwartungen der Menschen an künftiges ‘Neues Denken’ im Vatikan sind recht hoch, die aktuelle Erfüllung wird deutlich unter Durchschnitt empfunden. Der Trend bis 2007/09 sieht einen Wert leicht über Durchschnitt mit dem Ziel, die Menschen liebevoll und bestimmt in die Eigenständigkeit zu führen sowie mit den positiven Aspekten natürliche Autorität, Vitalität und sanfte Führung. Die negativen Aspekte sind: mit ‘moralischem’ Denken die Menschen ständig auf den ‘Pfad der Tugend’ bringen; Pflichterfüllung, kein Vergnügen. Ein Beispiel: Festhalten von Papst und Bischofskonferenz in Rom am Zölibat.

Fazit: Noch weniger Bindungskraft der Parteien als 2005, tausende Menschen in Rom und Millionen an den Fernsehern beim Abschied von Papst Johannes Paul II. und dann bei der Papstwahl, aber… nach wie vor auch 2006 wenig Besucher in den Kirchen.

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