Entwicklung der Wirtschaft
November 4 2005 Categorized Under: Allgemein, TrendFokus No Commented
Trotz widersprüchlicher Erwartungen der Wirtschaftsforschungsinstitute zur Entwicklung der Wirtschaft
- von den einen im Oktober 2005 noch einmal reduziert, von anderen wie z. B. GfK, Ifo und Handwerk positiv gesehen – sind die Menschen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie dem Wirtschaftsleben gegenüber aufgeschlossener als 2005, und sie wollen in einer florierenden Wirtschaft leben.
Dabei sind Qualität und Service der Anbieter die Faktoren, die künftig am meisten geschätzt werden. Sie sind gut beraten, neben dem Preis vor allem auch sogen. soft facts (weiche Faktoren) zu pflegen, die Kunden sowohl im B2B als auch im B2C auch emotional ansprechen. So kann die Binnenkonjunktur anspringen.
Die Menschen müssen aufhören, die ‘Geiz-ist-geil’-Mentalität auszuleben, weil das negativen Einfluss auf den Produktionsstandort und die Arbeitsplätze in Deutschland hat. Wenn nur der Preis zählt, sind Anbieter aus Osteuropa und aus dem asiatischen Raum im Vorteil, und Produktionen werden in diese Länder verlagert.
Im TrendFokus Oktober 2005 zitiere ich den Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn: “Wir müssen radikal umdenken. Können wir die Macht der Gewerkschaften weiter hinnehmen? Warum lassen wir unseren Sozialstaat so viel Geld für das Nichtstun ausgeben?” Einen ersten Schritt machen Union und SPD: Es soll massiver gegen den Missbrauch von Leistungen beim Arbeitslosengeld II vorgegangen werden. Die Missbrauchsrate liege deutlich über dem normalen Maß von drei bis vier Prozent, weiß der Ombudsrat für die Hartz-Reformen.
Fazit: ‘Neues Denken’ ist auch in der Wirtschaft angesagt. Bei Herstellern und Händlern, im Handwerk und bei Dienstleistern. Wo aber bleibt das effiziente, flexible und mutige Programm der Politik in Deutschland, um die drängenden Probleme von Wirtschaft und Gesellschaft zu lösen und in Richtung Wachstum zu steuern?
Schon in der Trendstudie ‘Deutschland 2003′ vom November 1998 plädiere ich für eine große Koalition: “Die Konservativen und die Liberalen können den Reformstau bis zu ihrer Abwahl 1998 nicht wegräumen, und die Sozialisten mit grünen oder ultralinken Partnern denken offenbar jetzt auch im Traum nicht daran. Erst die Ziel- und Neuorientierung einer Regierung mit großer Mehrheit – eine große Koalition? – kann Reformen, die diese Bezeichnung verdienen, zum Erfolg führen, um das Abwandern von Betrieben, den anhaltenden Frust besonders mittelständischer Unternehmer sowie die Kapitalflucht zu stoppen.”
Sinnvolle Koalitionsvereinbarungen und die Regierungsbildung im November 2005 sind die Chance.

