Wertewandel und geistiger Wandel
Januar 2 2006 Categorized Under: Allgemein, TrendFokus No Commented
“Wertewandel und geistiger Wandel lösen grundlegende Veränderungen aus – die weiche Welle.”
Das lesen Sie bereits in den 1990er Jahren im ‘TrendBild 2011- Veränderungen’.
Ende der 1990er Jahre richten nur noch rund 30 % der Bundesbürger ihr Leben an traditionellen Werten aus.
Moderne Werte und die Erlebnisorientierung sind in: Der Wunsch nach Behaglichkeit in der Fantastik irrealer Welten. Die Orientierung der Menschen geht zur Jahrtausendwende (noch – !) hin zu spektakulär intensiven Erfahrungen. Sie halten ihr Leben nur dann für gelungen, wenn es erlebnisreich und faszinierend ist. Doch der ‘Trend in die Fantastik irrealer Welten’ der 1990er Jahre ändert sich bis etwa 2008/10 augenscheinlich.
Vor dem Hintergrund einer noch wenig optimistischen Stimmung im Lande macht ‘quip’, das Magazin der Wirtschaftsjunioren Deutschland, mit meinem ‘Gästebeitrag’ auf mittelfristige künftige Veränderungen aufmerksam:
Zukünftig geht es vor allem darum, sich von überholten Denkmodellen und Routinestrategien zu trennen und Platz zu schaffen für Neues. Leo A. Nefiodow, Vordenker der Informationsgesellschaft, sieht ab 2010 einen Zyklus der psycho-sozialen Gesundheit kommen. Ethische und moralische Werte gewinnen nicht nur auf nationaler Ebene an Bedeutung.
Jeder Kondratjew-Zyklus befriedigt lt. Nefiodow auch einen Bedarf der Gesellschaft: ‘Im fünften, im jetzigen (Kondratjew-Zyklus), spielt der gesellschaftliche Bedarf nach effizientem Umgang mit Information und Wissen die zentrale Rolle.’ Nefiodow ist der Überzeugung, ‘dass der nächste Innovationsschub im wesentlichen davon abhängt, dass wir künftig die weichen Faktoren besser nutzen.’
Folglich beherrschen den nächsten Kondratjew-Zyklus ‘soft skills’. Damit sind Kompetenzen im Umgang mit Menschen, Kreativität, Motivation und Verantwortungsgefühl gemeint. Diese ‘weichen’ Faktoren allein bringen aber noch kein Geld. Auch in Zukunft müssen wir etwas anbieten, verkaufen und Geld dafür kriegen. Das geht nicht mehr nur ausschließlich mit ‘hard skills’.
Die Zeit ab etwa 2008/10 also ist geprägt vom Bedarf nach sozialer Kompetenz, ausgelöst von einer rationalisierten Informations- und Wissensgesellschaft. Wie gesagt: Das Ziel mit dem Blick auf 2011 muss heißen: Schaffen von realitätsnahem Optimismus … nach Imagepflege, Vermeiden von Extremen und Vereinen von Gegensätzen. Sehen Sie dazu auch im TrendFokus November 2005 die Grafiken ‘Wahrscheinlichkeiten der Intensität von Stimmungen und Trends im Jahre 2006.’
Sicher ist: Das Vorauswissen um die Szenarien künftiger Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft wird immer sicherer – und immer wichtiger.
Zukunftsweisend. Zielführend.

