Politisches System
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Unser politisches System stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es ist ein Schwarz-Weiß-Bild.
Die Leute unterscheiden nach trennenden Merkmalen – Sozi, Nazi, Schwarzer. Am Anfang des 21. Jahrhunderts macht es jedoch wenig Sinn, nach diesem Muster links und rechts, rot und schwarz, gelb und grün auseinanderhalten zu wollen. Bestes Beispiel dafür sind junge Unternehmer, die sich bei der Bundestagswahl 1998 nach dem Motto ‘Rot-Grün, aber liberal’ mehrheitlich für das neue Regierungsbündnis entscheiden.
Parteien verlieren Bindungskraft und Bedeutung, weil nur wenige Parteimanager die Zeichen der Zeit erkennen: weg von der Sachorientierung und weg von der Konzentration auf das jeweilige ‘Produkt’ B’90/Grüne, CDU, CSU, FDP, PDS oder SPD, hin zum neuen Wählerdialog – zur Kundenorientierung – mit dem Ziel systemisch modernisieren und global ganz vorne dabeisein.
Die Leute sind politisch noch in alten Rollenmustern gefangen: sie wollen überall mitmischen, sind einerseits maßlos und unausgeglichen, andererseits aber auch wieder zu vorsichtig, ständig abwägend und – angepasst. Auch deshalb verlieren Parteien Bindungskraft und Bedeutung.
“Große Klappe, wenig dahinter … fast alle haben einen Softwarefehler”, meint ein 13-Jähriger in einer Umfrage des Hamburger Magazins ‘Eltern’, die ergibt, dass nur rund 38 Prozent von 1.862 befragten Kindern und Jugendlichen überzeugt sind, dass bei Politikern positive Eigenschaften überwiegen, berichtet ap im Februar 2001.
In wenigen Jahren gehen diese jungen Menschen zur Wahl. Oder nicht? Das Ziel der Politik – gleich welcher Richtung – sollte lauten: Imagepflege, Extreme vermeiden und Gegensätze vereinen.

