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Bio, Bioland, Naturland, Lebensmittel, Geschmacksverstärker

März 3 2008 Categorized Under: TrendFokus, Wissen No Commented

Manipuliert? – ‘Unser tägliches Brot’

Kommen unsere ‘Lebensmittel’ ausschließlich von Bauern aus dem Umland? Nein. Der größte Teil wird industriell gefertigt. Bei Discountern und Supermärkten liegen diese Produkte in den Regalen. Und kaum jemand weiß, wieviele Zusatzstoffe beim Einkauf mit eingepackt werden.

Ein Beispiel: “Ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern”, so wirbt ein Hersteller für Tütensuppen, obwohl Glutamat drin ist. Die Tütensuppen enthalten Hefeextrakt – und damit die Geschmack verstärkenden Substanzen Glutamat, Inosinat und Guanylat. Geschmacksverstärker zeigen ihre Wirkung – und schaden schlimmstenfalls der Gesundheit.

Hintergrund

In der EU sind etwa 350 Zusatzstoffe – die E-Nummern – erlaubt. Damit werden Lebensmittel haltbarer, sie bringen einladende Farben zustande und sollen angeblich besseren Geschmack schaffen. Mit unverfälschter Nahrung hat das aber nur wenig zu tun. Jetzt schon verzehrt jeder Bundesbürger pro Jahr mehrere Kilogramm Lebensmittelchemikalien. Dennoch ist unsere Nahrung deutlich sicherer als früher, weil gut überwacht.

Die Europäische Union hat bei Lebensmitteln mehr als 350 Zusatzstoffe – die o. e. E-Nummern – mit mehr als 10.000 Zusatzstoffen zugelassen. Sie ersetzen mitunter vollständig die natürlichen Inhaltsstoffe. Einfluss und Wirkung auf die Gesundheit sind umstritten. “Wer sensibel reagiert, sollte bei der Wahl der Lebensmittel genauer auf die Zutatenliste blicken und auf Lebensmittel mit vielen E-Nummern verzichten”, schreibt T-Online im Februar 2008.

Das Essverhalten der Menschen ist ein großes Problem. Schnell soll’s gehen und ohne großen Aufwand. Warum? Viele haben Kochen gar nicht mehr gelernt und können es nicht. Deshalb: Essen aus der Dose, der Packung oder Tüte. Die jährlichen Folgekosten aus ernährungsbedingten Krankheiten betragen etwa 70 Milliarden Euro, das ist ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten.

Ausblick

Bio boomt, das ist der Trend. Immer mehr Catering-Betriebe, Großküchen und Kantinen setzen auf Öko-Kost. Auch in den Sortimenten von Discountern und Supermärkten ist Bio mittlerweile angekommen, doch zum Ärger von Puristen geht hier der (Gegen)-Trend ebenso zum Fertiggericht.

Alles Bio? Oder was?

Obwohl immer mehr Verbraucher auf Bio setzen, muss man wissen: Bio ist nicht gleich Bio. Das staatliche Bio-Siegel nach EG-Öko-Verodnung garantiert nur einen Mindeststandard, ist aber als Basis wichtig. Deutlich strengere Regeln kennen die Anbauverbände Biokreis, Bioland, Biopark, Ecoland, Ecovin und Naturland, was es für den Verbraucher aber nicht unbedingt übersichtlicher macht. Aus welchem Land die Ware stammt, weiß der Konsument trotz der Siegel aber nicht. Die Bio-Rinderfarm zum Beispiel kann in Bayern, aber auch in Südamerika sein.

KONTAKT: Karl Heinz W. Smola
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