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Gesellschaft: Infantil

Januar 3 2009 Categorized Under: Gesellschaft, TrendFokus No Commented

Infantil – Immer später erwachsen.

Warum wird Erwachsensein immer unbeliebter? Unsere Gesellschaft wird immer älter. Aber sie will nicht so wirken. Man ist so alt, wie man sich fühlt. 30-jährige wohnen noch im Mama-Hotel. Frauen bekommen mit 40 das erste Kind. Mittvierziger kleiden sich oft noch wie Teenager.

 Gestern: Schule, Ausbildung/Studium, Beruf, Hochzeit, Kinder. Gereifte Persönlichkeit vor dem 30. Geburtstag.

Heute: Schule, Ausland, Wechsel von Ausbildung/Studium, Praktikum, Geld, Beruf (?), Leben – nichts ist mehr sicher. Flexibilität? Den Job für’s Leben scheint’s nicht zu geben. Rar wird auch der Partner für’s Leben.

Warum werden wir immer später erwachsen?

Das lineare Modell des Lebens existiert nicht mehr. Lebensphasen können nicht mehr in Kindheit, Jugend und Erwachsensein eingeteilt werden. Heute ist man – so Psychologen – ‘erwachsen auf Probe’, um den Ernst des Lebens noch eine Weile vor sich herzuschieben. Ewige Kinder?

Schon der TrendFokus März 2002 stellt fest: Die Mittvierziger-Generation ist stärker von illusionären 1968er Studentenrevolten und vom Aufmucken gegen die Gesellschaft als von Realitäten der Nachkriegszeit und Feindbildern des kalten Krieges geprägt. Diese Menschen haben Hitler und den zweiten Weltkrieg nicht und schon garnicht als Bedrohung erlebt. Sie sind mit Aufbau und Wirtschaftswunder groß geworden. Sie sind lockerer als die Generationen ihrer Eltern und Großeltern.

Annahmen über Kraft und Richtung von Entwicklungen, die auf die Gesellschaft einwirken. Wertung:

10 . viel weniger – 30 . weniger
50 . kaum Veränderung
70 . mehr – 90 . viel mehr

30 . Lebenslange Gemeinsamkeit in der Ehe
55 . Partnerschaft auf Zeit
60 . Spätere Familiengründung
60 . Längere Ausbildungszeiten
60 . Soziale Netzwerke (Interessengemeinschaften)
65 . Schnelllebigkeit
70 . Gestiegene Mobilitätsanforderungen
70 . Freunde anstatt Familie
75 . Sozialprestige des Alleinlebens

Single-Haushalte nehmen weiter zu. Partnerschaften auf Zeit mit ‘Lebensabschnittsgefährten’ sind im Trend und die lebenslange Gemeinsamkeit in der Ehe wird eher die Ausnahme. Längere Ausbildungszeiten, das Erfordernis der Mobilität, die Schnelllebigkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz des Alleinlebens sind die Ursachen.

Vorgeformte Lebensläufe, traditionelle Rollenmuster und bürgerliche Normen sind immer weniger von Bedeutung. Und dieser Trend setzt sich weiter fort.

KONTAKT: Karl Heinz W. Smola
TELEFON: 0911-694269
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