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Kommunikation: Scharfsinnig

April 1 2009 Categorized Under: Kommunikation, TrendFokus No Commented

Was ist?

Der gesellschaftliche Bedarf nach effizientem Umgang mit Information und Wissen spielt – noch – eine zentrale Rolle. Mit Informationen wird rational und strategisch umgegangen.

Was kommt?

Mit Gefühl für die Folgen wird – spätestens mit Beginn des sechsten Kondratjew-Zyklus ab etwa 2010 – Information in Verständigung eingebettet.

Vom Industrie- zum Informationsalter

Westliche Philosophie und Wissenschaft hatte Jahrhunderte lang ein Gedankengehäude mit einem festen Boden. Die neue Physik und andere Wissenschaften zeigen uns heute, wie die Welt als ein Netzwerk von Beziehungen zu sehen ist. Die Systemtheorie begreift den einzelnen Menschen und die Gruppe von Menschen – also auch Betriebe und Unternehmen – als ein integriertes Ganzes und ein selbstorganisierendes lebendes System.

In den vergangenen Jahren habe ich versucht, Politikern und Wirtschaftsführern klar zu machen: Eine nachindustrielle und nachökonomische Wirtschafts- und Unternehmenspolitik ist im Entstehen. Notwendig ist die Suche nach globalen Lösungen für alle lebenden Systeme, um das Raumschiff Erde, in dem wir alle sitzen, zu erhalten und weiter zu entwickeln. Das braucht Information und Verständigung.

Beziehungsnetz Unternehmen

Auch das Unternehmen ist ein lebendes System. Es besteht aus vielfachen Schwingungen und Fluktuationen. Und es ist im Rahmen zyklischer Vorgänge dauernd aktiv. Das lebende System ist flexibel. Deshalb kann es sich Umweltveränderungen anpassen, wenn es sich – nicht zuletzt aufgrund sinnvoller Information und Verständigung – im harmonischen Gleichgewicht befindet.

Was heißt das? Ein gesunder Mensch und auch ein gesundes Unternehmen zum Beispiel befinden sich in einem dynamischen Gleichgewicht. Das hat sowohl biologische als auch geistige, psychologische, emotionale und soziale Aspekte. Soziale Aspekte deshalb, weil man auch sehen muss, wie ein Mensch oder ein Betrieb, ein Unternehmen, in sein Umfeld eingebettet ist. Richtig gesund ist ein Mensch oder Unternehmen dann, wenn das dynamische (harmonische) Gleichgewicht nicht nur innerhalb des einzelnen Systems, sondern auch zwischen ihm und der Umwelt besteht. Sie werden mir zustimmen: Das geht nur mit Information und richtig gehandhabter Kommunikation.

Wenn der Magen streikt

Denken Sie an den menschlichen Körper als lebendes System, in dem andere lebende Systeme integriert sind, die alle in Wechselwirkung miteinander stehen. Nun ist es jedem von uns sicher schon mal so gegangen: Man trinkt einen über den Durst. Der Magen sagt schon lange, dass er nichts mehr braucht. Schmecken tut es auch nicht mehr so recht. Getrunken wird trotzdem. Weil es alle machen? Weil die Gesellschaft gerade so nett ist? Aus welchem Grund auch immer. Dem Magen wird das letzte Bier noch aufgezwungen. Die Informationen, die vom Magen, von den Geschmacksnerven kommen, werden nicht beachtet, werden unterdrückt. Eine Verständigung zwischen Hirn, Geschmack und Magen findet nicht statt. Und was passiert? Dem Menschen wird schlecht. Er muss das Zuviel wieder von sich geben.

Jetzt denken wir an einen Betrieb, an ein Unternehmen. Da werden von oben Anweisungen, Befehle, Planungsvorgaben – also Informationen im weitesten Sinne – eingefüllt. Ein Stück weiter unten ist der ‘Magen’ aber schon voll. Und was passiert? Das Zuviel wird nicht verarbeitet. Kann nicht verarbeitet werden. Auch dem Unternehmen wird es schlecht. Aber es kann das Zuviel nicht erbrechen. Die Gefahr ist: Der Betrieb erstickt. Und dann helfen alle Strategien nichts. Der Umgang mit Information erfordert für mich grundsätzlich und gleichzeitig auch wechselseitige Kommunikation. Das Synonym für Kommunikation ist Verständigung (sich verständigen). Die von mir beratenen Unternehmen erkennen das. Da gibt es auch den Leiter des Verantwortungsbereiches Kommunikation. Das sehe ich als den Beginn der Veränderung sozialer Strukturen.

Fazit: Falsch ist, mit Information nur strategisch umzugehen. Richtig ist, Information in Verständigung einzubetten.

Infopolis

Information als Machtfaktor? Nein. Aus den Schuhen sind wir rausgewachsen. Es gibt zwar das Sprichwort ‘Wissen ist Macht’. Und mehr Informationen als andere zu haben, war früher wohl ein Machtfaktor. Heute sehen Satelliten, ob der russische Präsident am Roten Platz die Prawda oder der amerikanische am Broadway die New York Times liest. Der Faktor Zeit ist raus. Die Information ist unglaublich schnell geworden. Und wir haben so viel und so genaue Informationen, dass wir das Gesamtangebot alleine nicht mehr verdauen können. Der Einzelne kann nur noch Teile des Informationsangebotes verarbeiten oder einen Extrakt davon. Es gibt einen Filmklassiker: Metropolis. Heute müssen wir aufpassen, dass wir nicht etwa Infopolis ansteuern.

Fazit: Die Verständigung über die Information – also die Kommunikation, das Sichverständigen – ist wichtiger als die Information selbst.

Der Geist der Materie

Und das will ich auch begründen. In den 1970er Jahren machte Jean E. Charon – ein theoretischer Physiker – eine Entdeckung: Elektronen, die unsterblichen stabilen Materieteilchen, aus denen auch unser Körper besteht, umschließen eine Raum-Zeit, die sich von unserer gewohnten physikalischen Raum-Zeit wesentlich unterscheidet. ‘Raum-Zeit des Geistes’ nennt sie Charon. Warum? Ihre Funktionsmechanismen sind nur mit denen des menschlichen Gedächtnisses zu vergleichen. Die Einheitsgröße ist hier nicht materielle Energie, deren Gesamtsumme konstant bleiben muss, sondern Information. Information als unverlierbare geistige Energie, die als Erinnerung gespeichert wird und eine allmähliche Entwicklung zu immer höheren Ordnungsgraden durchläuft. In seinem Buch ‘Der Geist der Materie’ beschreibt Charon auch Eigenschaften des Elektrons. Diese sind erstens Reflexion und zweitens Tat sowie drittens Erkenntnis und viertens Liebe. Und jetzt wird’s interessant.

Charon beschreibt, wie die Eigenschaften (des Elektrons) Erkenntnis und Liebe zu einer Zunahme der Negentropie (= Informationsstand) des Elektronenraumes führen, das heißt, eine Vermehrung der dort enthaltenen Information bewirken. Die Kommunikation der Elektronen mit der Außenwelt wird nicht ausschließlich durch linearen Impulsaustausch zwischen Photonen herbeigeführt wie bei Reflexion und Tat. Es findet dabei außerdem noch ein Austausch von Spin-Zuständen zwischen den Photonen des Elektronenraumes und denen der Außenwelt statt. So spricht Charon von einem Erkenntnisprozess, wenn die Photonen der Außenwelt der Raum-Zeit der Materie zugehören.

Wenn sie dagegen zum Raum eines anderen Elektrons gehören, so kommt es nach Charon zu jenem Vorgang, den er als Liebe bezeichnet. Ich nenne das Wohlwollen. Das Wohl eines anderen wollen. Charon sagt, dass eine gewisse ästhetische Übereinstimmung zwischen jenen beiden Gedächtnissen herrschen muss, die versuchen, sich zu paaren, um ihre Information zu bereichern, indem jedes seine Negentropie steigert. Jedes sollte Spender und Empfänger zugleich sein, und damit dieser auf Gegenseitigkeit beruhende Vorgang stattfinden kann, müssen die beiden neuen geistigen Konfigurationen gewissermaßen zusammenpassen.

Das Element Wohlwollen

Bei denen, die sich verständigen wollen, muss ein gewisses Maß an Harmonie vorhanden sein. Also zunächst einmal Information geben und aufnehmen wollen. Dabei sollte jeder Geber und Nehmer zugleich sein. So macht Information Sinn.

Der Manager und Unternehmer kann daraus lernen: Information im Rahmen Management und Strategie aufpfropfen zu wollen, wird kaum Sinn machen. Das kann zu dem Frust führen, der heute in etlichen Unternehmen feststellbar ist.

Fazit: Der erfolgreiche Umgang mit Information wird nach meiner Meinung auf Dauer nur im Rahmen eines dynamischen Gleichgewichts innerhalb des Unternehmens und seiner harmonischen Einbettung ins Umfeld möglich sein.

Der Zeigefinger

Mein zusätzlicher Hinweis für die Praxis. Früher war der Zeigefinger der wichtigste Finger: Du machst das und Du machst jenes. Das waren eindeutige Informationen. Die haben in der Regel eine Tat, also eine Handlung, ausgelöst. Es gab kaum Reflexion (Überlegung), keine Erkenntnis und wenig Wohlwollen. Es wurde eben gemacht.

Heute wissen wir mehr. Wir sind einer Informations- und Wissenslawine ausgesetzt. Von 1910 bis 1950 – also innerhalb 40 Jahren – hat sich das menschliche Wissen verdoppelt. Von 1950 bis 1970 – also innerhalb 20 Jahren – hat sich das menschliche Wissen verdreifacht. Und es hat nur 10 Jahre gedauert, von 1970 bis 1980, um dieses Wissen nochmals zu verdreifachen. Der Zeigefinger hat weitgehend ausgedient. Die Menschen wollen wissen, was sie machen und warum.

Erinnern wir uns an die Eigenschaften der Elektronen: Reflexion und Tat sowie Erkenntnis und Liebe bzw. Wohlwollen. Auch eine Nachricht, also eine Information, hat vier Elemente. Erstens den ‘Sachinhalt’: Wie ist der Sachverhalt zu verstehen? Zweitens die ‘Selbstoffenbarung’: Information über die Person des (Nachrichten)-Gebers. Drittens die ‘Beziehung’: Was der eine vom anderen hält, und wie sie zueinander stehen. Und viertens den ‘Appell’: Einflussnahme auf den (Nachrichten)-Empfänger, d. h. was ist zu tun, zu denken, zu fühlen aufgrund der Mitteilung.

Sehen Sie: In der theoretischen Physik und in der Psychologie haben wir mit gleichartigen Inhalten zu tun. Es werden nur andere Worte benutzt. Die Manager und Unternehmer können sich in ihrer Praxis an diese Inhalte anlehnen. Vielleicht finden sie wieder andere Worte. Es führt aber kein Weg dran vorbei: Der Sachverhalt ist Charons Reflexion, die Selbstoffenbarung der Erkenntnisprozess, die Beziehung das Wohlwollen und der Appell schließlich ist die Tat.

Fazit: Positive Ergebnisse aus und mit Informationen gibt’s nur, wenn 1. Überlegung, 2. Erkenntnis und 3. Verständigung vor 4. der Handlung stattgefunden haben, also vier Faktoren berücksichtigt wurden.

Wie urteilen wir?

Dem Empfänger muss neben der reinen Information zusätzlich Gelegenheit zur Orientierung gegeben werden, um die Nachricht auch als diejenige Information aufzunehmen, die der Sender weitergeben wollte. Und da ist zuerst die Frage zu beantworten: Wie urteilen wir? Im Grundsatz doch erst einmal weiß oder schwarz. Ja oder nein. Dies ist gut. Und jenes schlecht. So ein Urteil ist jedoch nur dualistisches Erkennen, wie es Ken Wilber beschrieben hat. Wir sollten aber zum nichtdualen Erkennen kommen.

Yang und Ying

Die Chinesen kennen das Prinzip von Yang und Yin. Das männliche Prinzip. Und das weibliche Prinzip. Beide ergänzen sich und lösen einander ab. Das ist so, wie es immer wieder Tag und immer wieder Nacht wird.

Wenn wir jetzt zum Beispiel sagen: “Das gefällt mir (das ist gut), und das gefällt mir nicht (das ist schlecht)”, dann haben wir vielleicht nach unserem ersten Empfinden und unserem persönlichen Eindruck geurteilt. Das muss aber nicht richtig sein. In unserem Leben stellen wir immer wieder positive Seiten und Trends und adversative – also gegensätzliche – Seiten und Trends fest. Die treten bei Mensch und Gruppe, in der Familie und im Unternehmen genau so auf, wie es immer wieder Tag und immer wieder Nacht wird.

Vorne, links und rechts

Stellen Sie sich vor: Sie fahren Auto. Dabei schauen Sie nach vorn, nach links und nach rechts. Das sind schon mehr als zwei Weisen des Erkennens. So wie wir z. B. drei Dimensionen von Körpern kennen: Länge, Breite und Höhe (oder Dicke). Das gibt uns zwar einen ersten Eindruck. Aber vollständig ist der immer noch nicht. Wenn Sie nämlich auf der Autobahn die Spur wechseln, ohne den Rückspiegel zu benutzen, dann wird’s wohl bald und heftig krachen.

Vorne,links und rechts – und hinten

Stellen Sie sich vor: Sie sind auf See oder im Gelände. Da brauchen Sie zur Orientierung einen Kompass. Der zeigt die vier Himmelsrichtungen. Sie erkennen vorn, links, rechts und hinten. Dieses Orientierungsmittel der vier Faktoren erkennen wir auch in den vier Jahreszeiten und – nach der alten griechischen Typenlehre – beim Menschen, wenn wir an den Choleriker, den Sanguiniker, den Melancholiker und den Phlegmatiker denken. Nun ist aber keiner immer nur Choleriker oder nur Phlegmatiker. Die meisten sind eine Mischung aus allen vier Elementen. Und das zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlich wirkenden Betonungen des einen oder anderen Elements.

Fazit: Mit dem Orientierungsmittel von mindestens vier Faktoren sollten bzw. müssten wir auch mit den Informationen umgehen, die wir geben und empfangen.

Das andere Denken

Die Bedeutung von Informationen, auch und gerade für die Einschätzung der Zukunft, wird für eine effiziente Unternehmensführung immer wichtiger. Wir brauchen ein etwas anderes Denken. Weston Agor, Betriebswirtschaftler an der Universität von El Paso in Texas, USA, rät z. B. Managern und Unternehmern, ihre eigenen intuitiven Fähigkeiten durch Training zu steigern. ‘Integratives’ Denken soll erreicht werden.

Integratives Denken

Die westliche Zivilisation stellt bisher eindeutig die linke Gehirnhemisphäre, die analytisch, zergliedernd, mathematisierend arbeitet, in den Mittelpunkt. Die rechte Gehirnhemispbäre ist dagegen darauf spezialisiert, Ganzheiten von Bildern und Mustern wahrzunehmen, ihre Denkweise ist sprunghaft, überraschend, intuitiv.

Die Wissenschaft definiert das logische (linkshemisphärische) Denken als vertikal, das diskontinuierliche (rechtshemisphärische) Denken als lateral. Das Aufheben der Trennung der beiden Denkstile führt zum integrativen Denken. Dieses andere Denken trainiere ich mit meinen Klienten seit vielen Jahren. Und es gibt sogar eine ‘Internationale Gesellschaft für cerebrale Dominanzen’ (cerebral = das Gehirn betreffend).Deren Präsident sagte vor einiger Zeit, dass unsere Gesellschaft an einer alarmierenden Linkslastigkeit des Gehirns leidet. Und Linkslastigkeit kann zu Lethargie ebenso führen wie zu Aggressivität.

Ich rate zur Umpolung. In unserer durch Technisierung überbeanspruchten Gesellschaft gehen die in der rechten Gehirnhälfte sitzenden Funktionen verloren, wenn sie nicht durch musische oder durch Wärme und Geborgenheit signalisierende Aktivitäten aktiviert und trainiert werden. Manager, die ständig die linke Gehirnhälfte anstrengen, sollten sich zum Ausgleich musisch beschäftigen oder zum Beispiel einen Tanzkurs besuchen. Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung sind nach meiner Meinung ohne die Berücksichtigung der Gehirndominanzen nicht mehr denkbar. Beim leistungsfähigen Menschen sind linke und rechte Gehirnhälfte im Gleichklang.

Dem aufgeschlossenen und zielbewussten Menschen eröffnet das integrative Denken solche Perspektiven bei der Entscheidungsfindung, an die er bewusst in den meisten Fällen nicht denkt, die der erfolgreiche Mensch jedoch selbst häufig unbewusst anwendet. Immer wieder zeigt es sich, dass bei Entscheidungs- und Zielfindung bloße Verstandeslogik nicht ausreicht.

Entscheidungen nach Gefühl

Je weniger sich eine Sache vorausberechnen lässt, desto sicherer wird es, dass sie – z. B. im Berufsleben – dem Chef zur Entscheidung vorgelegt wird. Dieser muss dann seine Erfahrung und sein Gefühl miteinander einsetzen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Und sehr oft bewahrheitet sich die Richtigkeit einer Entscheidung nach Gefühl, auch wenn das zunächst der rein rationalen Überlegung und der Logik zu widersprechen scheint. Hier beginnen neben der transpersonalen Psychologie auch tiefenpsychologische Ansätze zu greifen.

Tiefenpsychologie

Die Tiefenpsychologie befasst sich mit der Erforschung des Unbewussten und dessen Beziehungen zum bewussten Erleben. Sie bleibt nicht an der Oberfläche des bewussten Erlebens, sondern leuchtet in die unterbewussten und unbewussten Tiefen der Seele und beschäftigt sich insbesondere mit den Beziehungen zwischen Gefühl und Willen.

Erfahrungen aus der Praxis

Einer meiner Klienten sagte nach einer für sein Unternehmen wichtigen Entscheidung – die sich nach etwa zwei Jahren als richtig erwiesen hat – dass es unbedingt notwendig ist, neben dem technischen und kaufmännischen Können auch das tiefenpsychologische Umfeld mit einzubeziehen.

Das erwähnte technische und kaufmännische Können hat Bezug zum logischen Denken der linken Gehirnhemisphäre. Der Einbezug des tiefenpsychologischen Umfelds betrifft das laterale Denken der rechten Gehirnhemisphäre. Dieses laterale Denken hat man in dem Fall bei mir als Dienstleistung gekauft. Und man hat gleichzeitig einen wichtigen Bereich von Information abgedeckt, über den sich viele Leute in der Wirtschaft noch zu wenig Gedanken machen. Nämlich die Übermittlung von Information und das Bewirken von Assoziationen aus dem Unternehmensbild.

Ein ansprechendes und positives Unternehmensbild mit dem richtigen Corporate Design hilft sehr, die Selbstoffenbarung rüberzubringen und Zukunft positiv zu gestalten. Die Information ist dann nicht mehr allein nur an einen Sachinhalt gebunden. Design und Farbe, ja sogar das verwendete Papier wirken wie gesagt im Bereich der Selbstoffenbarung, aber auch im Bereiche des Aufbaus einer Beziehung und im Bereiche des Appells, das heißt im Zusammenhang mit der Einflussnahme auf den Informations-Empfänger.

Fazit: Vertikales + laterales = integratives Denken bietet Vorteile. Daraus erwächst Nutzen.

Beurteilung zukünftiger Entwicklungen aus Informationen

Das logische (vertikale), rationale Denken wird in der westlichen Zivilisation eindeutig bevorzugt. Das intuitive (laterale) Denken wird eher vernachlässigt. Es ist wie mit allem: Die goldene Mitte sollte gefunden werden.

Jeder – und das gilt vor allem für Unternehmer und Manager – kann neben seiner Ratio auch die Emotio trainieren, das heißt insbesondere Intuition und Kreativität steigern.

Ein Einstieg dazu liegt für den Einzelnen nicht nur im Erkennen von Sachinhalten und Sachverhalten. In der Information schlechthin stecken Erkenntnis und Erlebnis. Wenn ich Erlebnis sage, meine ich was ganz Bestimmtes. Hermann Hesse hat das in einem Aphorismus treffend ausgedrückt’. “Okkult ist jedes Erlebnis, während jede Feststellung ohne Erlebniswert wissenschaftlich ist.”

Weisen der Erkennens

Ken Wilber sagt, dass es, wie einige Physiker (wieder)entdeckten, grundsätzlich zwei Weisen des Erkennens gibt. Die eine wird als symbolisches, schlussfolgerndes, dualistisches Erkennen bezeichnet, als Erkennen mit Hilfe von ‘Landkarten’, die andere begegnet uns unter Bezeichnungen wie intim, direkt oder nichtdual.

Viele Philosophen, Psychologen und Naturwissenschaftler drücken mit unterschiedlichen Worten offensichtlich gleichartige Inhalte aus:

Erkennen + Erfahren

Das logisch-rationale Denken und Erkennen allein passt nicht in die heutige Zeit. Die lateralen Denkprozesse gehören mit dazu. Und mit Denken allein ist ebenfalls nicht alles zu erreichen. Das persönliche Erfahren auf unterschiedlichen Bewusstseinsebenen gehört auch mit dazu. Drum:

Feststellen der Wahrheit

Niemand sollte sich anmaßen, Mensch oder Gruppe, Situation oder Entwicklung – und in unserem Zusammenhang eben auch Informationen – allein nach Landkarten-Schemata – endgültig beurteilen, katalogisieren oder kategorisieren zu können.

Denn: Jeder bildet aus Informationen seine eigene Wahrheit, die auch von intimen, direkten – also nichtdualen – Erfahrungen und Erlebnissen geprägt ist.

Das Gefühl für die Folgen

Wer mit Informationen umgeht, trägt eine Menge Verantwortung. Das gilt für den Einzelnen in seinem privaten Umfeld genau so wie für die Gruppe z. B. im Unternehmen, in Verbänden, in Parteien und vor allem für die Medien. Sind die Informationen nicht stimmig, läuft – in Richtung Zukunft gesehen – irgendwas schief. Vor allem dann, wenn der Faktor Wohlwollen oder Kommunikation oder Verständigung fehlt.

Informationen mögen sachlich richtig sein. Wenn ich aber mit einem Geiseldrama oder mit Kindsentführung die Auflage meiner Zeitung steigern will, was hat das für Folgen? Es können sich Nachahmer finden. Wenn ich in der Politik zögerlich informiere, was ist die Folge? Den großen Parteien laufen Mitglieder weg. Wenn ich im Informationsmanagement der Unternehmen die Faktoren Überlegung, Erkenntnis und Verständigung vernachlässige, womit muss ich rechnen? Gerade die guten Mitarbeiter werden – wenn sie schon nicht weglaufen – mindestens innerlich kündigen.

“Im fünften, (Kondratjew)-Zyklus spielte der gesellschaftliche Bedarf nach effizientem Umgang mit Information und Wissen die zentrale Rolle,” meint Nefiodow und ist überzeugt, “dass der nächste Innovationsschub im wesentlichen davon abhängt, dass wir künftig die weichen Faktoren besser nutzen.” Damit meint er Kompetenzen im Umgang mit Menschen, Kreativität, Motivation und Verantwortungsgefühl. Der nächste Kondratjew-Zyklus ab etwa 2010 ist geprägt vom Bedarf nach sozialer Kompetenz, nach soft skills.

Fazit: Der Umgang mit Informationen im 21. Jahrhundert erfordert nicht nur die Ratio sondern immer mehr auch die Emotio, das Gefühl für die Folgen.

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