Leben: Bunter – Politik und Lebensstile
Mai 2 2008 Categorized Under: Leben, TrendFokus No Commented
Situation
Nach der Kommunalwahl in Bayern im März 2008 wird die Politik bunter. CSU und SPD verlieren Wähler. FDP, Grüne, ÖDP und vor allem die Freien gewinnen Stimmen. Die Großen werden kleiner, die Kleinen werden größer.
Auch die menschlichen Beziehungen werden bunter. Viele Menschen kreieren Patchwork-Familien (Patchwork = wörtlich übersetzt ‘Flickwerk’). Die Scheidungsrate ist hoch. Frauen und Männer mit Kindern aus früheren Beziehungen leben zusammen in dieser neuen Form des häuslichen Miteinanders.
Namhafte Polit-Rentner wie Wolfgang Clement und Roman Herzog – Mitglieder im ‘Konvent für Deutschland’ – präsentieren das Buch ‘Mut zum Handeln’. Der Untertitel: ‘Wie Deutschland wieder reformfähig wird’.
Hintergrund
Wir erleben den heftigen Wandel von Wertvorstellungen, immer weiter hinein in individuelle Lebensstile sowie in die völlige Veränderung unserer Lebenswelten. Flexibilisierung verändert das Stimmungsklima.
Der Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim meint im Mai 2008 in ‘Bild am Sonntag’, die Bundesrepublik sei keine echte Demokratie mehr. Deutschland werde von der politischen Klasse beherrscht. Er hofft auf mehr Volksentscheide und Bürgerbegehren. Wie Bürgermeister und Landräte sollten außerdem die Ministerpräsidenten der Länder und der Bundespräsident direkt gewählt werden.
Auf die ‘Bild’-Frage, ob auch TV-Stars wie Günther Jauch eine Chance hätten, gewählt zu werden, antwortet von Arnim, die USA hätten mit den Ex-Schauspielern Ronald Reagan und Arnold Schwarzenegger gute Erfahrungen gemacht.
Nix bemerkenswert Neues! Schon im TrendFokus Oktober 2002 ist zu lesen: Eine Umfrage von Nextpractice hat ergeben, “dass der nächste Bundeskanzler – wenn es nach den Erstwählern ginge – Günther Jauch hieße”. Promis schnitten bei der Kanzlerkür besser ab als die Politiker. Auffällig wenige der jungen Menschen hätten sich auf das Programm der Politiker bezogen, sagte der Chef des Beratungsunternehmens Nextpractice, Prof. Peter Kruse: “Politiker werden wie Showstars zu Marken, bei denen Gefühle mehr über das Wahlverhalten entscheiden als sachliche Argumente.”
Ausblick
Bei http://www.changeX.de/d_a02925.html ein Gespräch mit Jörg-Peter Schröder: Im Fußball ist es klar: Da wird in der zweiten Halbzeit auf das andere Tor gespielt. Im wirklichen Leben jedoch hecheln die meisten Leute weiter in dieselbe Richtung. Ohne Unterlass, ohne nachzudenken. Das sollten sie aber, meint ein Arzt und Coach: In der Mitte des Lebens ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und eingefahrene Muster zu hinterfragen. Denn nicht alles, was gestern galt, ist morgen noch gültig. Den Wert seiner Erfahrung überprüfen, die Perspektive wechseln, das Spiel anders angehen, darauf kommt es an.
Das beeinflusst künftig mehr und mehr die Politik und Lebensstile sowie Lebensweisen. Alles wird bunter.
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