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Leben: Lausig? – Wertesystem der 1968er

Juli 2 2007 Categorized Under: Leben, TrendFokus No Commented

LAUSIG? – WERTESYSTEM DER 1968ER GENERATION

Welchen Einfluss hat – nach immerhin fast 40 Jahren – das Wertesystem der 1968er Generation heute in Deutschland – ?

T-Online Business sieht im Juni 2007, dass etwa die Hälfte der deutschen Führungskräfte das Wertesystem der 1968er Generation verantwortlich macht für eine schlechte Arbeitsmoral in Deutschland. Knapp 50 Prozent der Manager sind der Meinung, die Werte der ’68er Spätlese’ hätten zu einem Mangel an Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Disziplin und Respekt der Mitarbeiter geführt. Überdurchschnittlich viele junge Top-Manager unter 40 Jahren sind der Ansicht, die damalige Zeit habe nachhaltige Folgen auf die Leistungsfähigkeit im Lande, und das spiegele sich vor allem im Bildungssystem wider. Bei den über 50-jährigen Führungskräfte sehen nur knapp 40 % einen negativen Zusammenhang zwischen Wertewandel und Leistungsfähigkeit in der Wirtschaft.

Annahme künftiger Entwicklungen in spezifischen Lebenswelten

10  sehr gering/sehr schwach – 90  sehr groß/sehr stark in den Segmenten

a) . Traditionelle Arbeiter und Kleinbürger
b) . Traditionslos-neuzeitliches und hedonistisches Milieu

35 . Voraussicht
40 . Fantasie
40 . Leistungsbereitschaft
40 . Realitätssinn
45 . Motivation
45 . Respekt
50 . Disziplin
50 . Verantwortung
60 . Flexibilität
60 . Unternehmungslust

Die Entwicklung von Voraussicht, Fantasie, Leistungsbereitschaft, Realitätssinn, Motivation und Respekt bleibt in nächster Zeit wohl unter Durchschnitt.

Werte über dem Durchschnitt: Flexibilität und Unternehmungslust. Heute schon auszumachen am gewaltigen Publikumsandrang zum Beispiel beim Papstbesuch, bei den G8-Demos und -Konzerten in Heiligendamm, bei Rock am Ring, Rock im Park, beim Christopher Streetday und anderen ‘Events’ mit zehntausenden wenn nicht hunderttausenden Teilnehmern. Viele Leute sind dabei so flexibel und unternehmungslustig, dass die Ravioli aus der Dose kalt gegesssen werden, und geschlafen wird unter freiem Himmel oder im Zelt. Die zuständigen Müllbeseitiger fahren am Ende riesige Mengen Abfall weg.

Bedenklich: Noch zu viele Leute wollen – nach 1968er antiautoritärer Erziehung – einen Job, ausreichend Geld, keine Globalisierung, viel Spaß und das alles gleichzeitig – doch auf diese Weise wird nichts richtig.

ANNAHME KÜNFTIGER ENTWICKLUNGEN IN SPEZIFISCHEN LEBENSWELTEN

10  sehr gering/sehr schwach – 90  sehr groß/sehr stark in den Segmenten

a) . Konservativ-technokratisches und aufstiegsorientiertes Segment
b) . Liberales, weltoffenes, modernes und postmodernes Segment

65 . Flexibilität
65 . Respekt
70 . Disziplin
70 . Leistungsbereitschaft
75 . Unternehmungslust
75 . Motivation
75 . Voraussicht
80 . Fantasie
80 . Realitätssinn
80 . Verantwortung

Kein Wert unter Durchschnitt – ! Sehr viel Fantasie, Realitätssinn und Verantwortung in diesen Segmenten macht Deutschland im Vergleich mit anderen westlichen Ländern auf den Führungsebenen der Wirtschaft künftig wettbewerbsfähig und leistungsfähiger.

T-Online Business sieht die ’68er Spätlese’ so: “Die 1968er haben den Spieß umgedreht. Sie sitzen heute oft in Führungspositionen und tanzen den Steinzeitkapitalismus – im Gegensatz zu den Generationen danach, die kompetent führen und ihr Handwerk verstehen.”

Heinrich von Pierer wundert sich bei der ‘Siemens top-lounge’ im Juni 2007 in einem ‘Polit-Plausch’ mit Altkanzler Helmut Schmidt über den Begriff ‘Globalisierungsgegner’: Das sei so, als wenn jemand sage “Ich bin gegen Hochwasser oder Sandstürme” – gegen Unabwendbares. Am Ende des Gespräches blicken von Pierer und Schmidt optimistisch in die Zukunft. Schmidt: “Es gibt keinen Grund für Pessimismus. Wir dürfen uns nicht Angst machen lassen.”

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