Lebenslust . Abwanderung
November 2 2006 Categorized Under: Leben, TrendFokus No Commented
Stimmungsklima in Deutschland 2007
‘Lex Mihi Ars’ ist der Titel des aktuellen Kabarett-Programms von Lisa Fitz, der zum ‘Hinter(n)denken’ anregt. Lisa meint: “Das Land schnarcht im Dornröschen-Dauerschlaf vor sich hin, doch weit und breit ist kein Prinz in Sicht, der die Zicke Bundesrepublik aus ihrem Koma wachküssen mag.
Ein echtes Problem – zumal der Teutone an sich auch noch äußerst missmutig ist und sich noch nicht mal vermehren will. Nur noch fernsehen – und mehr Geld. Aber keinesfalls noch mehr arbeiten. Geht es in diesem Land eigentlich um irgend etwas anderes als Arbeit und Kohle?”
Intensität von Stimmungen
Silber/Grau, Schwarz und Blau. Laut Kraftfahrtbundesamt präsentieren sich knapp 87 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge in diesen Farben. Gut die Hälfte davon ist Silber/Grau. Schon im Juni 2004 fragt TrendFokus: Sind Veränderungen dieser aktuell und noch für kommende Jahre eigentlich pessimistisch wirkenden Auto-Farb- und Formenwelt abzusehen?
Ja: Autofarben-Hersteller wie z. B. BASF Coatings und Dupont Performance Coatings arbeiten an farbigen Alternativen. Spätestens mit dem Modelljahr 2006/07 rechnet man im Hause Dupont damit, dass die Autos farbenfroher, optimistischer sind. Rot und Gelb kämen dann wieder und noble Weiß-Töne, die zu Aktivität, Hoffnung und Bejahung hinführen, wenn die Vorstände und Chefdesigner in den Automobilwerken entscheiden, das Stimmungs- und Konsumklima über lebensbejahend wirkende Farbwelten in eine positivere Richtung zu lenken.
Die letzten Automessen zeigen: Die Hersteller bescheren uns ene buntere Welt. Mit den vielen monotonen Schattierungen von Grau, Schwarz und Blau soll Schluss sein. Es kommt wieder mehr Leben in die Auto-Farbwelten. Im Herbst 2006 sieht man in Ausstellungen und Showräumen zunehmend strahlend weiße Autos – überraschenderweise nicht wie zu erwarten bei Kleinwagen, sondern im Luxussegment: Weiße Maserati Spyder, Porsche Cayman oder Mercedes S-Klassen sind keine Exoten mehr.
Über den Wandel der Autofarbwelten auf unseren Straßen kommen Veränderungsprozesse in Gang, die im Wechselspiel mit Bedürfnissen, Wünschen und Sehnsüchten der Menschen in Deutschland neue Wirklichkeiten und Lösungsansätze schaffen. Das hat positiven Einfluss auf das künftige Stimmungsklima, die (Wirtschafts)-Kraft und Unternehmungsfreude. Nina Ruge würde sagen: “Alles wird gut.”
Sehen wir im Vergleich zum Kabarett also die Wahrscheinlichkeiten der Intensität von Stimmungen in Deutschland in den Jahren 2005/07 dargestellt auf einer Skala von 10 (sehr schwach) bis 90 (sehr stark).
2005: 50 . 2006: 60 . 2007: 60 . Zuversicht, Optimismus
2005: 62 . 2006: 50 . 2007: 45 . Skepsis, Pessimismus
2005: 60 . 2006: 55 . 2007: 68 . Aufgeschlossenheit, Offenheit
2005: 65 . 2006: 60 . 2007: 35 . Teilnahmslosigkeit, Verschlossenheit
2005: 55 . 2006: 65 . 2007: 70 . Freude, Lebenslust
2005: 60 . 2006: 55 . 2007: 50 . Bedrücktheit, Apathie
2005: 55 . 2006: 50 . 2007: 70 . Zufriedenheit, Behagen
2005: 68 . 2006: 55 . 2007: 35 . Verdruss, Unbehagen
2005: 35 . 2006: 55 . 2007: 50 . Zuwanderung
2005: 60 . 2006: 55 . 2007: 60 . Abwanderung
Die Fußball-WM hat wohl mit dazu beigetragen, dass sich die Werte Freude und Lebenslust, Zufriedenheit und Behagen, Aufgeschlossenheit und Offenheit sowie Zuversicht und Optimismus auch 2007 deutlich über Durchschnitt entwickeln. Die Negativwerte Skepsis und Pessimismus, Teilnahmslosigkeit und Verschlossenheit sowie Verdruss und Unbehagen nehmen weiter ab. Bedrücktheit und Apathie sind ebenfalls leicht am abnehmen, bleiben jedoch auf einem Durchschnittswert. Lisa Fitz’ens “Koma der Zicke Bundesrepublik”?
Die Abwanderung – vor allem gut ausgebildeter junger Menschen zwischen 30 und 35 Jahren – nimmt zu, was in Politik und Wirtschaft Anlass zum Nachdenken sein sollte.
Dickes Auto, luxuriöse Villa, Haushaltshilfen und Gärtner. So wird landläufig der Lebensstil Vermögender definiert. Es gibt aber noch mehr als Geld, um in gutem Stimmungsklima zu den ‘Vermögenden’ zu gehören. Zu diesem Thema hat Florian Felix Weyh ein lesenswertes Buch geschrieben: ‘Vermögen – was wir haben, was wir können, was wir sind’ (ISBN: 3821856378). Die Leser werden mit dem guten Gefühl belohnt, selbst zu den Vermögenden zu gehören – unabhängig von Kontostand. getAbstract (www.getabstract.com) empfiehlt das Buch allen, die permanent über Geldmangel jammern.

