Markttrends: Wertewandel – Farbwahl beim Autokauf
Oktober 2 2009 Categorized Under: Markttrends, TrendFokus No Commented
SITUATION
Der ‘Trend in die Fantastik irrealer Welten’ aus den Farbfavoriten beim Autokauf in den 1990er Jahren ändert sich bis 2010 hin zum Wertewandel und geistigen Wandel. Deutlich wird das aus den Veränderungen der Farbwahl beim Autokauf von 1991 bis 2008/09 (siehe Tabelle):
| Farbe | 1991 | 2001 | 2008/09 | Ziel |
| Grau / Silber | 18 % | 38 % | 38 % | Abgrenzung |
| Schwarz | 13 % | 20 % | 26 % | Verneinung |
| Blau | 16 % | 23 % | 13 % | Ruhe |
| Grün | 6 % | 8 % | 2 % | Beständigkeit |
| Weiß | 14 % | 4 % | 10 % | Bejahung |
| Rot / Magenta | 38 % | 10 % | 7 % | Bewegung |
| Gelb / Gold | 2 % | 2 % | 4 % | Wandel |
Differenzen durch Rundung
In der Farbwelt Gelb/Gold wird seit 2009 Beige/Braun immer beliebter. Die zunehmende Bedeutung von Umweltthemen ist der Grund dafür. Sie sind salonfähig geworden. Ziel der Braun-Liebhaber ist ‘Stabilisierung’.
HINTERGRUND
Aus der Farbwahl beim Autokauf erkennt der Experte die künftigen – noch unbewussten – Ziele und Wünsche der Menschen: Das Faible für bestimmte Farben offenbart nämlich die Bedürfnisse und Verlangen in den kommenden Jahren… Für die Beige/Braun-Liebhaber haben Umweltthemen nicht mehr nur mit Einschränkungen und Verzicht zu tun. ‘Öko’ kann jetzt auch luxuriös und elegant sein.
AUSBLICK
Auf der IAA 2009 ging’s nicht nur um Design. Die Autobauer testeten auch künftige Farbtrends.
Mit der Farbwelt 2001 strebten die Menschen noch nach Wellness- und Wohlfühleffekten.
Ab 2008/09 gibt Wertewandel und geistiger Wandel den Ton an.
Mit dem Grau als Farbliebling wollen sich die Leute gegen auf- oder erregende äußere Einwirkungen abschirmen… Schwarz als einer der drei Favoriten lässt die Stauung, Abwehr und Verdrängung von Reizeinflüssen erkennen. Die Menschen lehnen sich unbewusst gegen Gebote und Vorschriften auf… Über das Blau suchen die Menschen Ruhe und Behaglichkeit… Mit Grün bringen sie alle Formen der Selbstbehauptung und des Besitzens zum Ausdruck. Besitz soll die Sicherheit und vor allem die Selbstsicherheit erhöhen.
Weiß ist – im Gegensatz zu Schwarz – die Bejahung, das Bedürfnis nach Freiheit und Makellosigkeit. Und dieser Wunsch ist von 1991 bis 2001 von knapp 14 Prozent auf auf etwa 4 Prozent geschrumpft, konnte aber bis 2008/09 auf 10 Prozent zulegen.
Rot und Magenta – von 1991 bis 2001 von rund 38 Prozent auf etwa 10 Prozent und 2008/09 auf 7 Prozent verringert – stehen für den nachlassenden Wunsch nach Aktivität und sensibler sinnlicher Faszination.
Mit bescheidenen zwei Prozent signalisierte das leichte und heitere Gelb 2001 den Wunsch nach Befreiung und die Hoffnung auf bzw. die Erwartung von Glück. Der Wert in dieser Farbwelt ist bis 2009 auch durch Beige/Braun auf vier Prozent – wegen dem eleganten ‘Öko-Stil’ – gestiegen. Ökologie, Komfortbewusstsein und Individualität verschmelzen.
Schon der TrendFokus – www.trendfokus.de/gbi – November 2008 weiß: Zeitgeist und -bewusstsein (Ansichten, Einstellungen, Meinungen) werden bunter… Veränderungsprozesse durch Wertewandel.
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