Politik: Manko
März 1 2009 Categorized Under: Politik, TrendFokus No Commented
Herkunft vor Fachkompetenz.
TrendFokus Januar 2009: “In der deutschen Politik fehlen unternehmerisch denkende Persönlichkeiten, die wie einst z. B. Ludwig Erhard brauchbare Methoden entwickeln.”´
‘Dem Fass die Krone aufgesetzt’ wird damit, dass Ministerposten anstatt nach fachlicher Kompetenz nach parteiinterner Herkunft besetzt werden. Der neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg stammt wie der alte amtsmüde Michael Glos aus Franken, weil man denen – s. a. Günther Beckstein – nicht schon wieder einen wegnehmen kann.
Hintergrund
Wolfgang Apel, ‘HiGHLiGHTs Media Group’, am 11. Februar 2009: “Dass selbst mitten in der schweren Krise Personalquerelen vor Fachkompetenz gehen, ist ein neuer Tiefpunkt im Negativstrudel der politischen Sitten in diesem Land. Die Entscheidung ist gleichzeitig Ausdruck unseres Systems und der Charaktere der handelnden Personen. Übrigens genau die gleichen, die bei der nächsten Wahl wieder sorgenvolle Miene machen werden, wenn die Wahlbeteiligung erneut gesunken ist. Ja warum nur? Warum haben die Menschen das Vertrauen in die Politik verloren? Die Ernennung des neuen Wirtschaftsministers ist nur ein Teil der Antwort. Denn dass es den Politikern mehr um Macht als um Inhalte geht, ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Dass sich darüber aber kaum jemand öffentlich aufregt ist noch viel schlimmer und beweist: Jedes Land bekommt genau die Führung, die es verdient.”
Bereits im Mai 2008 weiß der TrendFokus: “Die Politik wird bunter. Die Großen werden kleiner, die Kleinen werden größer… Das beeinflusst künftig mehr und mehr die Politik und Lebensstile sowie Lebensweisen. Alles wird bunter.”
2009 wird in Deutschland insgesamt 15mal gewählt, unter anderem das Europaparlament und der Bundestag. Das eröffnet den Bürgern die Möglichkeit, die Parteienlandschaft sowie die Führung von Ländern, Bund und EU neu zu gestalten. Dazu schreibt Bernd Ulrich im Januar 2009 in der ‘ZEIT’ www.zeit.de/2009/03/Superwahljahr: “Fünf Parteien, zwei schwache Volksparteien – das verwirrt Wähler und Politik… Im Bund eine Ampel, im Bundesrat bunt – dann geht nichts mehr in Deutschland… Gesucht: Der Verantwortungswähler. Er will wissen, was er bewirkt, nicht, wie er sich fühlt…”
Ausblick
Die stimmige Schlussbemerkung von Bernd Ulrich in der ‘ZEIT’: “Was also können die Wähler in diesem Jahr tun, um die Regierungsfähigkeit wieder herzustellen, in einer Zeit, da es wie selten zuvor des Regierens bedarf? Zahlreich wählen, ernst wählen, nicht zu bunt wählen. 2009 werden die Wähler Geschichte machen. So oder so.”
Irre – Bei der Europawahl im Juni 2009 gibt’s in Deutschland schon eine Palette von sechs Parteien: CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke und die Freien Wähler. Hin zu einer Situation wie der stark zersplitterten italienischen Parteienlandschaft?
Der Appell an die deutschen Wähler: Fachkompetente Personen wählen und… nicht zu bunt wählen!
Novalis, eigentlich Georg Philipp Friedrich Freiher von Hardenberg (1772 – 1801), bedeutendster Lyriker und Prosadichter der deutschen Frühromantik, sieht die Situation zu seiner Zeit schon so:
“Ob es besser werden wird, wenn es anders wird, weiß ich nicht.
Doch dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll, das weiß ich sicher.”
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