Wirtschaft: Der Trend zur direkten Kundenansprache.
Oktober 4 2006 Categorized Under: TrendFokus, Wirtschaft No Commented
Trend zur direkten Kundenansprache
“Der Trend im Marketing geht zur direkten Kundenansprache.” So steht’s im 14. Newsletter ‘Marktplatz Mittelstand’ der mon.de GmbH: Durch ein geändertes Konsumverhalten aber auch intelligentere Techniken in Videorekordern, die Werbeblöcke einfach herausschneiden, werden klassische Werbeformen wie TV-Spots langsam zurückgedrängt.
Direktmarketing und die 1:1-Kommunikation mit dem Kunden erleben dagegen eine rasante Entwicklung mit beträchtlichen Zuwachsraten.
Das prognostiziere ich bereits Mitte der 1990er Jahre, und im TrendFokus August 2006 war zu lesen: “Kundenkontakte und -motivation sind das wichtigste Element künftiger Unternehmenskommunikation. Die persönliche Ansprache wird wichtig.”
Und wie sieht eigentlich gute Werbung aus? – Bernd Röthlingshöfer antwortet im Gespräch mit changeX so: “Werbung ist penetrant, deshalb nervt sie. Eigentlich ganz einfach – nur die Werber merken es nicht. Und machen weiter wie gehabt. In der Hoffnung, dass die willenlosen Konsumschafe ihre Lektion lernen. Doch das ist immer weniger der Fall, Werbung verpufft zunehmend im allgegenwärtigen Informationsrauschen. Sie ist ein Relikt des alten Kontroll- und Machbarkeitsdenkens, sagt ein Werbeprofi. Neue Werbung setzt auf die Kommunikation mit dem Kunden. Ihr Ziel: Ihre Werbebotschaften so anziehend gestalten, dass die Kunden sie in ihrem Leben haben wollen. Freiwillig.”
Mehr zu diesem Thema bei: www.changeX.de/d_a02378.html und bei www.trendfokus.de/gbi.
Einfach, Natürlich, Direkt: Werbetrends 2007
Alexander Hahn in einer neuen Studie: “Einfache, natürliche und direkte Slogans, Markenclaims und Werbebotschaften liegen im Trend.”
www.slogans.de, die Datenbank der Werbung, hat gemeinsam mit dem Trendbüro, Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel, in einer neuen Studie die wichtigsten Trends in Gesellschaft, Konsum und Werbung untersucht. Die Autoren der Trendstudie, Alexander Hahn, Inga Wermuth (beide Slogans.de) und Oliver Perzborn (Trendbüro) haben dabei in einer soziolinguistischen Analyse von Werbeslogans und Markenclaims, die in den letzten fünfeinhalb Jahren neu eingeführt wurden, drei Schwerpunkte herausgefiltert, die die entscheidenden Trends für das kommende Jahr darstellen: Einfachheit, Natürlichkeit und Direktheit.
Werbeslogans und Markenclaims gewinnen, was das sprachliche Tempo angeht, an Fahrt. Wortarme, aber einfallsreiche Slogans setzen sich durch. Der Konsument erwartet heute offensichtlich klare Fakten und will nicht mehr auf spielerische Art ‘angelockt’ werden. Je mehr Prosa, desto diffuser erscheint ihm das Produkt.
Auch die direkte, persönliche und freundschaftliche Ansprache der Zielgruppe ist ‘in’. Eine wachsende Zahl von Unternehmen sucht in ihren Werbeslogans die unmittelbare Nähe zu ihren Kunden und setzt auf stark aktivierende Botschaften (Beispiele: “N-TV. Schärfen Sie Ihren Blick.”, “Gib deiner Tasse Krüger!”, “Lätta – Lebe bunter!”). Indikatoren hierfür sind u.a. die stark rückläufige Anzahl von Wörtern in Werbeslogans einerseits und die kontinuierliche Ausbreitung von Slogans mit nur ein bis drei Wörtern andererseits (2003 = 44,5 Prozent, 1. Halbjahr 2006 = 53,2).
Gleichzeitig wird versucht, Slogans häufiger durch Punkt oder Komma zu gliedern und somit kürzer erscheinen zu lassen. Darüber hinaus beobachten die Autoren der Trendstudie eine stark steigende Anzahl von Claims mit Aufforderungscharakter. Betrachtet man die Entwicklung ab dem Jahr 2000, nutzten im ersten Halbjahr 2006 erstmals 10,5 Prozent aller Slogans, die in Deutschland neu eingeführt wurden, den Imperativ als Stilmittel.
Kunden wollen einfache, ehrliche Botschaften: Auf gesellschaftlicher Ebene sind es hauptsächlich Themen wie Natürlichkeit, Genuss, Orientierung, Effizienzsteigerung, Zeitvorteile und Vereinfachungsstrategien, in denen sich aktuelle, starke Sehnsüchte der Konsumenten ausdrücken. Überzogene Kunstwörter und gekünstelt wirkende Satzkonstruktionen sind somit weniger angesagt, ebenso Anglizismen oder englische Slogans.
Neben den Worten ‘Sie’, ‘wir’, ‘mehr’ und ‘uns’ gehört das Wort ‘einfach’ mittlerweile zu den meistverwendeten Slogan-Wörtern, deren Ranking von Slogans.de wöchentlich neu erfasst wird. Im Zuge der steigenden Alltagskomplexität scheinen sich Marken und Unternehmen noch mehr auf Kernaussagen reduzieren zu müssen. Immer häufiger geschieht dies, in dem die Erlebnisqualität betont wird, statt auf Produktvorteile und -eigenschaften hinzuweisen.
Für die Leser vom TrendFokus ist das alles mehr oder weniger ‘ein alter Hut’, weil sie darüber schon seit Monaten, wenn nicht seit Jahren, informiert sind. Bei www.trendfokus.de/gbi lesen Sie zum Beispiel schon im TrendFokus März 2005:
“Claims wie ‘Mode mit starken Marken’, ‘Freude am Fahren’ oder ‘Vorsprung durch Technik’ verlieren zunehmend an Bedeutung und sind immer weniger relevant für die Imagebildung von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen. Effizienter in der Wirkung sind ‘Schlüsselwörter’ (anglizistisch ‘keywords’), die wie in den folgenden Beispielen bereits Lösungen assoziieren:
Weinkultur . www.goethe-vinum.de
Lebensräume . www.huebsch-ramsauer.de
zielführend . www.leibrecht.com
Trucknology® . www.man.de
nachhaltig – sicher . www.secubau.de
zukunftsweisend . www.smola.de
wegweisend . www.yoursense.de
Prognose der (Erfolgs)-Aussichten von Aktivitäten, Kreationen und Tun in Marketing und Verkauf vornehmlich im deutschsprachigen Raum auf einer Skala von 10 sehr gering / sehr schwach bis 90 sehr groß / sehr stark:
75 . Kundenorientierte Marketingkonzepte
70 . Gute Namen, starke Marken
40 . Claims, Slogans
80 . keywords
30 . Anglizismen
35 . Warenwelten
85 . Themenwelten
75 . Lösungen anbieten
80 . Nutzen bieten
70 . Links – Kontakte zwischen Anbietern und Interessenten verknüpfen
Als effizient erweisen sich künftig die Marketing- und Vertriebsprojekte mit Werten über 50.”
Noch mehr zu diesem Thema auch bei www.mancomm.de unter ‘Weitsicht’.

