Wirtschaft: Entwicklungsrichtung Simplex
Juni 3 2006 Categorized Under: TrendFokus, Wirtschaft No Commented
Entwicklungsrichtung Simplexity und Complicity?
“Die da oben sind unten durch. Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften: Die Elite der Nation hat den Kontakt zum Volk verloren. Und das Volk urteilt vernichtend über die Mächtigen”, schreibt Hans-Ulrich Jörges schon 2004 im Januar.
Anfang 2004 – also auch vor mehr als zwei Jahren – lesen Sie im TrendFokus ‘complicate statt simplify’: “Nichts wird mehr sein wie früher. Draußen vor der Imbissbude wird ein Schild hängen mit der Aufschrift ‘Wurst- und SemmelWellness’. Drinnen serviert der Maitre ‘Quader vom Erdapfel im Salzbad an Essenz aus Paradiesäpfeln’. Fritten mit Ketchup ist zu einfach. Hochgestochen kompliziert muss es schon sein.”
11. Mai 2006. 11. Deutscher Trendtag in Hamburg mit 550 Gästen. Thema: ‘Simplexity’.
‘Simplexity’ benennt lt. Text auf der Trendtag-Internetseite “eine neue Balance zwischen beschleunigter Alltagskomplexität und persönlicher Zufriedenheit”.
Referenten:
Norbert Bolz, TU Berlin
David Bosshart, Gottlieb Duttweiler Institut
James Canton, Institute for Global Futures, San Francisco
Martin Lindstrom, Branding-Experte
Ora-Ito, französischer Star-Designer
Markus Schäfer, Architekt
Susann Tide-Frater, Harrods, London
Prof. Peter Wippermann, Gründer Trendbüro Hamburg.
Ein CD-Paket mit den Original-Redebeiträgen des 11. Deutschen Trendtages kann zum Preis von 114,90 EURO im Shop unter http://www.trendtag.de/ bestellt werden.
Im Kern also dreht es sich in den Referaten um ‘Simplexity’ und ‘Complicity’. Dabei sei ‘Complicity’ die Fortschreibung von ‘Simplexity’.
Das Verlangen nach Simplicity führe in eine Sackgasse, sagt einer der Referenten und prognostiziert, dass trotz aller Vereinfachungsbestrebungen der Wandel im technischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich alles eher noch unübersichtlicher mache. Modernste Computertechnik und wissenschaftliche Modelle allein helfen beim Sammeln und Auswerten von Informationen auch nicht recht weiter, weil es zu lange dauert und so effektives Handeln behindert werde. Es solle mehr auf Gefühle gesetzt werden. Der französische Stardesigner Ora-Ito nutzt bei seinen ‘simplexen’ Entwürfen für Davidoff, Heineken oder Toyota vor allem seine Intuition.
Ende der 1990er Jahre lesen Sie im ‘TrendBild 2011′: “Unbewusst treffen manche Manager und Unternehmer richtige Entscheidungen und planen Handlungen mithilfe der eigenen intuitiven Kräfte… Wissenschaftliche Untersuchungen und Beispiele aus der Praxis belegen: Sensationelle Erfindungen und außergewöhnliche Erfolge im Unternehmensbereich sind das Resultat von Vorahnungen und intuitiven Eingebungen… Zufall? Nein. Da ist ‘der sechste Sinn’, die Fähigkeit, verschiedene Arten der Wahrnehmung zu verknüpfen, mit im Spiel. Dass sich solche intuitiven Gaben auch bei der täglichen Arbeit eines Unternehmers oder Managers nutzen lassen, ist keine Frage.” Mehr bei: http://www.trendfokus.de/gbi/ >> ‘Die transparente Zukunft’ und ‘Neues Denken’:
“Die Dynamik der qualitativen Signale hinter den Zahlen fröstelt im Schatten immer komplizierterer mathematischer Modelle, die auf die Stelle hinter dem Komma genaue Prognosen liefern. Deren Treffsicherheit lässt aber zu wünschen übrig, weil die quantitativ kaum fassbaren doch immens wichtigen emotionalen und psychologischen Aspekte im In- und Umfeld entweder nicht beachtet oder falsch eingeschätzt werden.”
In der Faschingssaison 2004 sieht das Peter Kuhn, Schwarze Elf Schweinfurt, so – :
Und ich steh hier und frag’ mich bang:
Quo vadis Deutschland? Wo geht’s lang?
Seit Mitte der 1990er Jahre aber wissen das ‘TrendBild 2011′ und seine Leser wo’s lang geht; auch ohne Simplexity, Complicity und ‘Quader vom Erdapfel im Salzbad an Essenz aus Paradiesäpfeln’.

