Bookmark and Share

Wirtschaft: Ethik und Redlichkeit – Wert für die Zukunft

Juli 4 2006 Categorized Under: TrendFokus, Wirtschaft No Commented

Ethik und Redlichkeit – Werte für die Zukunft

Manager und Unternehmer mit Durchblick stellen ihre Strategien rechtzeitig auf die ethische Verantwortung der Wirtschaft ein. Die Firmen, die Ethik und Moral im Business außer Acht lassen, kriegen irgendwann – und sei es nach Jahren – die Quittung.

T-Online Business weiß im Juni 2006, dass Firmen immer häufiger auch an ihrem sozialen bzw. umweltfreundlichen Image gemessen werden: “Wer nicht politisch korrekt handelt, wird boykottiert. Weltweit tun das mehr als ein Drittel der Verbraucher. Eine Online-Umfrage des US-amerikanischen Marktforschungsspezialisten GMI, bei der 15.500 Konsumenten aus 17 Ländern weltweit befragt wurden ergab, dass zahlreiche Konsumenten mindestens eine Marke boykottieren.”

Der GMI-Studie zufolge seien die am stärksten boykottierten Firmen Nike, Coca Cola, McDonald’s und Nestlé. Die Deutschen verweigern sich am häufigsten bei McDonalds und Nike, und sie strafen vor allem Unternehmen mit ungerechten Arbeitsbedingungen oder umweltfeindlichen Praktiken durch Boykott. Die Verbraucher achten beim Einkauf häufig darauf, ob Hersteller ‘fair handeln’, d. h. die Produkte nicht unter menschenunwürdigen oder ausbeuterischen Bedingungen angefertigt werden.

Umweltfreundlichkeit der Unternehmen steht auch hoch im Kurs. Produkte aus Ländern, die das Kyoto-Protokoll nicht respektieren, haben bei rund 20 Prozent der deutschen, 33 Prozent der spanischen, 40 Prozent der italienischen und 35 Prozent der chinesischen Abnehmer schlechte Karten.

Peter Felixberger von changeX rezensiert das neue Buch von Rupert Lay und Ulf D. Posé zum Thema Redlichkeit: “Dieses Buch hat einen großen Vorteil: Es ist hinreißend analytisch. Es seziert messerscharf die Logik von unredlichen Handlungs- und Kommunikationsmustern und entlarvt die Unredlichkeit des Denkens und Tuns – auch die der ‘Gutmenschen’… Wer das liest, weiß, was in Sachen Unternehmenskultur und Mitarbeiterführung in deutschen Landen noch alles zu leisten ist… Es bleibt viel zu tun.”

Der ‘TrendFokus September 2001′ hat in dem Zusammenhang bereits darauf aufmerksam gemacht: “Heute schon Realität: Die Wirtschaftsjunioren initiieren Ende August 2001 in Nürnberg ein ‘Bündnis für Werte’ und stoßen damit die Ethik-Diskussion an.”

Eineinhalb Jahre später ist auch Anja Dilk der Trend klar. Sie schreibt im changeX-Newsletter vom 21. Februar 2003:”Geld und Moral sind in vielen Firmen kein Widerspruch mehr… Mehr und mehr Firmen entdecken den Wert einer eigenen Unternehmensethik. Und es zahlt sich aus. Mitarbeiter sind motivierter, Kunden haben mehr Vertrauen, die Medien applaudieren. Dahinter steht jedoch eine grundsätzliche Diskussion: Moral geht uns alle an. Wir müssen sie auch in der Wirtschaft einfordern. Damit sie in der ganzen Gesellschaft wieder eine Chance hat.”

Eigentlich traurig, dass – 2006 immer noch – über Selbstverständlichkeiten wie Ethik und Moral gesprochen und geschrieben werden muss.

Potenziale / Trends

10  sehr gering / sehr schwach – 90  sehr groß / sehr stark

80 . Erwartung
50 . Erfüllung
70 . Prognose

Die Erwartungshaltung im Hinblick auf Ethik und Redlichkeit im Busines ist sehr hoch, der Status der Erfüllung nur Durchschnitt, doch die Prognose zeigt mit 70 einen eher hohen Wert.

BUCHTIPP

Die neue Redlichkeit. Von Rupert Lay und Ulf D. Posé.
Campus Verlag, Frankfurt/New York 2006, ISBN 3-593-37924-4.
Mehr bei www.changex.de/d_a02306.html

Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers.Von Reinhard Mohn.
C. Bertelsmann Verlag, München 2003, ISBN 3-750-00733-2.

Bookmark and Share

comments

Hinterlasse eine Antwort