Wirtschaft: Sonnig – Solarthermische Kraftwerke
September 4 2008 Categorized Under: TrendFokus, Wirtschaft No Commented
Situation
Die Zukunft der Globalisierung wird nicht mehr nur von den USA, von Japan und Europa geprägt.
Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko, Russland, vor allem aber China und Indien, und nicht zu vergessen die arabische Welt steigern ihren Einfluss. Letztere im Bereich der Energieerzeugung mittels solarthermischer Kraftwerke.
Aus den heutigen Ölscheichs können die Sonnenscheichs von morgen werden. Solarthermische Kraftwerke in Nordafrika und im Mittleren Osten können in etwa 40 Jahren, also um 2050, Strom wie von 100 Kernkraftwerken nach Europa liefern.
Schon seit 1985 sind solarthermische Kraftwerke in kleinerem Stil in Kalifornien in Betrieb. Weitere mit mehr als 2.000 Megawatt Kapazität sind dzt. weltweit schon in Betrieb, im Bau oder in der Planung.
Hintergrund
Solar- und Windenergie, Wasserstoff, Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen gelten als die Energiebündel von morgen.
Wie z. B. arbeiten solarthermische Kraftwerke? Sie nutzen Spiegel, bündeln damit Sonnenlicht und verwandeln es in Hitze. Damit werden Dampfturbinen angetrieben. Wärmespeicher können die am Tag gewonnene Wärme aufnehmen und die Dampfturbinen auch nachts antreiben. Möglich macht das die hohe Sonneneinstrahlung im Mittleren Osten und in Nordafrika.
Dr. Wolfgang Mayer, Wirtschaftsredaktion der NN, hat über das Thema ausführlich berichtet: ‘Saubere Energie aus den Wüsten’. Das ist der Slogan von ‘Desertec’. Diese Organisation baut z. Zt. ein Wirtschaftskonsortium auf. Mitglieder sind bisher die Allianz, die HSH-Nordbank und MAN. Zu arabischen Investoren bestehen Kontakte. Alle notwendigen Technologien sind vorhanden.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat von 2004 bis 2006 per Satellitendaten festgestellt: Solarthermische Kraftwerke auf einem Gebiet von weniger als 0,3 Prozent der Wüstenflächen im Mittleren Osten und in Nordafrika könnten genügend Strom für den steigenden Bedarf dieser Länder und für Europa erzeugen.
Mittels Hochspannungs-Gleichstromübertragungsleitungen kann der so erzeugte Strom in diesen Ländern verteilt und mit geringen Verlusten bis nach Europa geliefert werden. Siemens errichtet dzt. solche Leitungen in China.
Ausblick
Solarthermische Kraftwerke könnten bis 2050 etwa 20 Prozent des Energiebedarfs in Europa durch Solarstromimporte aus dem Mittleren Osten und Nordafrika (MENA-Region) decken. Zunächst soll Südeuropa vom Stromexport aus den Wüsten profitieren. Michael Straub, der Leiter des ‘Desertec’-Projekts sagt: “Das würde auch uns in Deutschland helfen. Denn von hier wird Strom nach Südeuropa transportiert – wenn diese Mengen ersetzt (substituiert) werden, gewinnen wir Zeit, um hier erneuerbare Energien auszubauen.”
Chancen aus der Sicht der Trendforschung nach Inhaltsanalyse (Content Analysis) für die Realisierung:
60 . im Jahr 2010
75 . im Jahr 2030
85 . im Jahr 2050
10 = sehr gering / sehr schwach. 90 = sehr groß / sehr stark.
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