Wissen: Referate, Vorträge – Schluss mit Powerpoint
Dezember 3 2006 Categorized Under: TrendFokus, Wissen No Commented
Referate, Vorträge – Schluss mit PowerPoint
Im TrendFokus Mai 2002 – www.trendfokus.de/gbi - lesen Sie:
In den 1980er Jahren konnte man über alles reden, nur nicht über 90 Minuten. Diese Zeitspanne hat sich in den 1990er Jahren auf 45 Minuten reduziert.
Heute lässt die Aufmerksamkeit des Publikums schon nach 20 bis 30 Minuten stark nach. Deshalb ist Infotainment angesagt, und das ist der aktuelle Trend: Kein Monolog, kein Rednerpult, keine bunten Bilder. Offener Dialog mit den Zuhörern.
Im Pressetext über das Unternehmergespräch mit Wirtschaftsjunioren in Fürth schreibt einer der Vorstände, Michael Leibrecht von LEIBRECHT Marketing NETWORK:
“Ungewohnt für die Teilnehmer am Gespräch: Nach einer kurzen Einleitung fordert er (Smola) die Diskussion, die auch überraschend rege Beteiligung findet. Noch Tage nach der Veranstaltung findet der Abend mit dem Trendberater breite Zustimmung bei den Hörern: Das war echtes Infotainment. Sehr hoher Informations- und Unterhaltungswert aus dem offenen Dialog mit den Zuhörern. Das wollen wir bald mal wieder.”
Leibrechts Fazit: “Ein selten gelungener Abend mit hohem Nutzeffekt. Beim Reden kommt es eben nicht darauf an wie lange es dauert sondern wie gut es ist.”
96 % der Veranstalter und Gäste sowie die Medien beurteilen die Themen, den Informations- und Unterhaltungswert solcher ‘Infotainments’ sowie den Nutzen daraus gut bis sehr gut, z. B.: Activest, AUDI, consultant CLUB Zürich, DMI Deutsches ModeInstitut, DMVÖ Wien, EPG European Poultry and Game Ass., Ernst & Young, EWI Europäisches WirtschaftsInstitut, HypoVereinsbank, Olympus, ORIGIN, Panasonic, WJD.
Ein changeX-Gespräch – www.changeX.de/d_a02470.html – mit Matthias Pöhm im November 2006 liefert die folgende ‘oberste Regel’:
“Es kommt darauf an, Gefühle auszulösen und nicht die Zuhörer mit tausend Argumenten zu ersticken. Deshalb ist PowerPoint schädlich, weil es die Aufmerksamkeit des Publikums auf schnöde Grafiken, Text und Zahlen reduziert. Ein Rhetorik-Trainer empfiehlt deshalb: Vier Dynamitstangen an die Stelzen des Beamers und abfackeln. Um dann richtig loslegen zu können. Mit großem Flipchart und klarer, einfacher Sprache. Mit Dynamik und Leidenschaft statt mit abgedroschenen Worthülsen. Fazit: Mit Hilfe von kleinen Kniffen und Tricks kann man jeden Zuhörer in den Bann ziehen.”
Also: Keine bunten Bilder, kein PowerPoint bei Referaten, Vorträgen und Symposien. Warum?
Informationsvisualisierung beschäftigt sich heute in erster Linie mit der grafischen Repräsentation großer Mengen von Daten. Hier werden u. a. Methoden und Erkenntnisse der Informatik, der Statistik, des Data-Mining und der Kognitionswissenschaft verwendet. Die Informationsvisualisierung soll vor allem die Mensch-Computer-Interaktion verbessern und nicht die Mensch-Mensch-Interaktion.
Sind Ihre Reden, Referate und Vorträge bei (Firmen)-Events, auf Kongressen, Messen und Tagungen sowie bei Unternehmer-, Management- und Mitarbeiterklausuren lebendig, energiegeladen, spannend, lustig, verständlich und mitreißend? Bringen Sie’s mit Muttersprache und wenigen Stichpunkten ‘auf den Punkt’?
Oder lautet die Diagnose Ihrer Zuhörer etwa ‘Morbus Denglish’? Weil es in der Einladung z. B. schon heißt: “Symposium – making use of knowledge”, “Auf der Suche nach den Skills von morgen”, “Hochkarätige Speaker sprechen…”?
Besser: “Symposium – neues Wissen nutzen”, “Einsetzen neuer Wissenshorizonte”, “Angesehene Fachleute sprechen…”.
Fazit: Kein Denglish, kein Monolog, kein Rednerpult, keine bunten Bilder. Offener Dialog mit den Zuhörern: lebendig, energiegeladen, spannend, lustig, verständlich und mitreißend. Wesentlich ist, Gefühle auszulösen und nicht die Zuhörer mit tausend Argumenten, Bildern und Grafiken zu ersticken.

