Wissen: Spezifisch
Mai 3 2009 Categorized Under: TrendFokus, Wissen No Commented
Situation
Bleiben die harten Fakten Technologie, Preis und Zeit am Bau im Trend? Boomen die weichen Fakten Geomantie, Feng-Shui, Niedrigenergie- und Passivhäuser weiter und bilden den Gegentrend nicht nur im Wohnungs-, sondern auch im Industrie-, Wirtschafts- und Verkehrswegebau? Wird im Gewerbebau die Pflege der Unternehmenskultur künftig unverzichtbarer Bestandteil des Planens und Bauens?
Wir erleben einen Strukturwandel in der Bauwirtschaft. Neuorientierung in Richtung Produktivitätssteigerung und Spezialisierung. Die Arbeitsteilung zwischen den Unternehmen wird deshalb intensiver, weil ausländische Niedriglohnfirmen für Wettbewerb sorgen.
Wohnen in Stimmungen ist angesagt sowie in maßgeschneiderten Konzepten und Lösungen zwischen Masse und Individualität. Wohnen wird aktiver erfahren und beschränkt sich nicht mehr nur auf Essen, Fernsehen und Schlafen. Als Gegenreaktion auf die Masse der Freizeitaktivitäten sind Wohlfühlfaktoren im Wohnbereich für die Leute mit weniger Geld und für Wohlhabende, die Mobilität aus Überzeugung einschränken, von wachsender Bedeutung. Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden kommt hinzu, das auf neue und innovative Weise in das Wohnen zu integrieren ist.
Hintergrund
Die Zukunft am Bau hat schon vor Jahrtausenden begonnen. Denken wir an das Feng-Shui der Chinesen, an die Pyramiden im alten Ägypten, an Stonehenge in England und bei uns in Mitteleuropa an Sakralbauten auf so genannten Kraftplätzen.
Was ist in Mitteleuropa wichtig am Bau? Zuschnitt auf die Bedürfnisse von Bewohnern, Mitarbeitern in Betrieben und von Kunden. Gestaltung nach Feng-Shui-Regeln. Planung auch unter geomantischen Aspekten. Eine österreichische Studie belegt, dass Wasseradern, Kraftorte und Störzonen messtechnisch erfassbar sind und nachweislich auf den menschlichen Organismus wirken.
F&E am Bau: Die US-Forschung liegt im Bereich Lebensqualität, Sicherheit und Gebäudetechnik vorne. Dienstleistungen bis zum ‘Hotel’-Service und Berücksichtigen der Voraussetzungen für Facility-Management-Systeme schon beim Bau. Japan kann im Bereich Architektur und neue Bautechniken führend bleiben: Kostengünstiges, schnelles und vollautomatisches Errichten von Gebäuden (Baustelle ohne Menschen). Im deutschsprachigen Raum baut sich eine Führungsrolle bei Ressourcen und Sanierung auf. Recycling-Techniken, die sich wirtschaftlich selbst tragen, überwiegend recyclebare Kunststoffe in Baumaterialien, direkte Wiederverwendung des beim Tunnelbau anfallenden Gesteins, 100 %ige Wiederverwendung von Aushub, Asphalt und Beton, umweltverträgliche Altbau-/Denkmalspflege und -sanierung, energieautarke Gebäude (Niedrigenergie- und Passivhäuser) durch langfristige Energie- oder Wärmespeicherung.
Wohnen: Die Jungen wollen der Kinder wegen aufs Land: Haus, gute Luft, kaum Autoverkehr, die lila Kuh hinterm Gartenzaun, aber Autobahnanbindung in der Nähe, Kindergarten, Schule, Supermarkt vor der Haustür und die S-Bahn zum Gymnasium, zur Ballettschule, in die City gleich um die Ecke. Die Alten wollen wieder in die Stadt: Pflegeleichte Dreizimmerwohnung mit Terrasse, Tiefgarage und Hausmeisterservice in ruhiger Grünlage mitten in der Stadt, Espresso-Bar und Restaurants im Hause, Einkaufsmöglichkeiten und Oper nächste Querstraße und von der Haltestelle im Keller eine Station mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof. Viele Singles wollen ein größeres Wohnklo: Sie tendieren zu Schnelligkeit und Bequemlichkeit. Hier verstärkt sich der Trend zum Loft in der Stadt zum Arbeiten, Wohnen und für die Party. Küche muss nicht unbedingt sein, Essen bringt der Pizza-Service oder geschieht außer Haus.
Ausblick
Finanz- und Wirtschafskrise verursachen eine Konjunkturabflachung:
Wohnungsbau 2008 + 1,9 %, 2009 – 1,1 %. Zunahme bei Wohnheimen.
Industrie-, Wirtschaftsbau, gewerblicher Bau 2008 + 5,1 %, 2009 – 1,4 %.
Öffentlicher Bau 2008 + 5,3 %, 2009 + 4,9 % (wegen Konjunkturhilfen).
Überspitzt, in absehbarer Zukunft aber Megatrend: Profilloses Mittelmaß bricht weg. Sogar die Leute mit weniger Geld suchen das Einzigartige. Architekten, Wohnungsbauunternehmen, Baufirmen und Einrichter sind gut beraten, wenn sie sich frühzeitig auf diese Entwicklungen einstellen.
Schwerpunkte beim Wohnen verlagern sich hin zur Individualität: Wohnen in Stimmungen nach maßgeschneiderten Konzepten. Minimalismus (Vereinfachung), Neuordnung des eigenen Lebens und ‘das sichere Nest’ sind im Trend. Pompöses Bauen ist out, schlichte Grundrisse sind in, z. B. 70-qm-(Fertig)-Häuser und die 5-qm-Studentenbude (in München).
Was wird immer wichtiger? Das Zuhause als Oase der Ruhe, als Treffpunkt der Familie und für Freunde. Das Zuhause als Lebensmittelpunkt und auch als Platz zum Arbeiten.
In ihrem familiären, gesellschaftlichen und räumlichen Umfeld besinnen sich die Menschen auf dessen wertvollen Kern. Privatsphäre, Familiarität, Vertrautheit und Vereinfachung prägen die Zukunft des Wohnens. Ein Zuhause zum Wohlfühlen.
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