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Wissen: Von der Dampfmaschine zur Wissensgesellschaft.

August 3 2006 Categorized Under: TrendFokus, Wissen No Commented

Von der Dampfmaschine zur Wissensgesellschaft

Welche Veränderungen in Wissenschaft und Technologie kennzeichnen und beeinflussen die Zeit ab 2007 – ?

1.   Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts sind die (Kondratjew)-Zyklen deutlich von wissenschaftlichen und technologischen Innovationen geprägt:

1 . Dampfmaschine, Kohle, Industrialisierung
2 . Stahl, Eisenbahn
3 . Elektrizität, Chemie
4 . Petrochemie, Auto, Kernenergie, Raumfahrt, EDV
5 . Information, Datenverarbeitung, Netzwerke
6 . Psychosoziale Gesundheit

In fünf Zyklen bestimmten Basisinnovationen wie Dampfmaschine, Materialtechnik, Elektrizität, Chemie, Petrochemie und Informatik den Fortschritt im Transportwesen (Eisenbahn, Auto, Flugzeug) und in der Informationsverarbeitung (Computer und Netzwerke). Im fünften, im jetzigen Zyklus, spielt der gesellschaftliche Bedarf nach effizientem Umgang mit Information und Wissen die zentrale Rolle. Den sechsten Zyklus ab etwa 2008/10 kennzeichnet der Begriff ‘psychosoziale Gesundheit’. Schon 1989 prognostiziere ich das in ‘Mega- und Metatrends in das 21. Jahrhundert’ als Wertewandel (im beruflichen und privaten Bereich).

2.   Die Zeit ab etwa 2008/10 ist geprägt vom Bedarf nach sozialer Kompetenz, nach ‘soft skills’, ausgelöst von einer rationalisierten Informations- und Wissensgesellschaft. Geistes- und Naturwissenschaften, die konträren Prinzipien ‘harte’ Technologie (z. B. Bau, Bergbau, Stahl, Werften) und ‘weiche’ Technologie (z. B. EDV, Information, Kommunikation) verlieren den Charakter der Dualität (Zweiheit) und Polarität (Gegensätzlichkeit). Wissenschaft und Technik erfahren eine Gestaltumwandlung.

3.   Die harten Fakten Technologie, Preis und Zeit bleiben beispielsweise in der  Bautechnologie im Trend. Die weichen Fakten Kundenorientierung, Originalität (á la Hundertwasser) und Qualität gewinnen künftig mehr Bedeutung und sind der Gegentrend. Mikromarketing, Netzwerke, Kooperationen für das Planen, Finanzieren, Bauen, Betreiben von Projekten aus einer Hand sind die Megatrends – und das nicht nur am Bau.

4.   In der chemischen Industrie sind Fortschritte bei der Materialentwicklung zu erwarten: Fasern mit hoher Reißfestigkeit und Elastizität, Materialien, die sich äußeren Einflüssen anpassen, hitzebeständige Keramik, Titan so preiswert wie Aluminium, Produktionstechniken, die Fertigung nach Auftrag zu fast gleichen Kosten wie Programmfertigung ermöglichen. Fortschritte im Bereich Chemie und Werkstoffe können vor allem die wirtschaftliche Entwicklung positiv beeinflussen.

5.   In der Medizin und Heilkunde weicht Ambivalenz der Einsicht. Zu erwarten sind Veränderungen nicht nur im deutschen Gesundheitssystem. Neue Erkenntnisse und Techniken verändern zum Beispiel Solidaritätsprinzipien in Gesundheitssystemen. Das Kostenbewusstsein steigt. Kostendämpfung und Steigerung der Effizienz prägen das Gesundheitswesen immer stärker. So baut sich im Gesundheitswesen eine neue Erfahrungswelt auf. Medizinische Dogmen bröckeln. Auf die Pharmazie drückt der Wettbewerb aus der Bio- und Naturecke.

6.   Mittelfristig ist in den Bereichen Transport und Verkehr mit weiter verbrauchsoptimierten Fahrzeugen und neuen Antrieben zu rechnen (Hybrid, Brennstoffzellen, Wasserstoff). Satelliten-Navigationssysteme mit Genauigkeit unter einem Meter regeln effizient den Land-, See- und Luftverkehr. Verkehrsströme werden durch Kommunikationssysteme (Telematik) entlastet. Längerfristig kann RUF (Rapid Urban Flexible), eine Erfindung des Dänen Pelle Jensen, den Verkehr entlasten. Schienenautos revolutionieren die Fortbewegung auf den Straßen.

7.   Die erdnahe Raumfahrt wird für Wirtschaft und Umwelt immer wichtiger. Langfristig sind von Raumfahrt und Weltraumforschung Erkenntnis- und Wissensgewinne zu erwarten. So rechnen Experten damit, dass das Problem der ‘schwarzen Löcher’ gelöst wird und dass sich die aus dem Weltraum kommende Strahlung lückenlos messen lässt.

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